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28 | 02 | 2020
2020 Prozess Kirche am Ort beendet PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Walter Hanel   
Mittwoch, den 05. Februar 2020 um 13:43 Uhr

Prozess beendet – die Arbeit beginnt
Die Katholische Kirche im Bottwartal schließt den „Prozess Kirche am Ort“ ab

Hier finden sie Bilder

In der Kirche St. Pius X. in Großbottwar feierte die Seelsorgeeinheit Bottwartal gemeinsam mit dem Stellvertretenden Dekan des Dekanats Ludwigsburg, Roland Deckwart, dem Leitenden Pfarrer Dr. Pius Angstenberger, Pater Luciano Marchesini und Diakon Michael Jäger einen Gottesdienst. 

Damit schloss sie den Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ ab. In dem Prozess war es darum gegangen, die örtlichen Kirchengemeinden sichtbarer zu machen, nicht nur in den Gemeindehäusern, sondern auch in Schulen, Kindergärten, sozialen Einrichtungen, kurzum im kommunalen Leben überhaupt, sich dort zu vernetzen und nach neuen Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu suchen. Nach vorbereitender Projektarbeit des Prozessteams war der offizielle Startschuss mit einer Auftaktveranstaltung im September 2018 in Oberstenfeld gefallen.

Moderiert von Pastoralreferentin Anne Braun, die den gesamten Prozess federführend begleitete, berichteten Brunni Jäger, Christine Manthey, Annemarie Strobel, Doris Wunsch, Stephan Molnar und Ullrich Baumeister über den Verlauf des Prozesses. Am Anfang stand eine Predigtreihe zu den geistlichen Haltungen Vertrauen, Lassen, Erwarten, Wertschätzen, mit der die Gemeindemitglieder auf den Prozess eingestimmt wurden. Die am Gottesdienst Teilnehmenden wurden mit einbezogen, dieses empfanden die Beteiligten bereichernd, die Themen regten zu Gesprächen nach den Gottesdiensten an.  Im Rahmen der Auftaktveranstaltung unterhielten sich Vertreter aus Kommunalpolitik, Wirtschaft, Schulwesen, Sozialen Einrichtungen und der Seelsorgeeinheit in einer in dieser Form noch nicht dagewesenen Podiumsdiskussion über das Thema „Christliche Werte in unserer Alltagswelt“. Leider sei die Veranstaltung insgesamt nicht auf das erhoffte Interesse in der Öffentlichkeit gestoßen.

Um zu erfahren, wie Menschen im Bottwartal die katholische Kirche wahrnehmen, führten Mitglieder des Prozessteams Gespräche mit Bürgermeistern, evangelischen Pfarrern sowie Mitgliedern der Kirchengemeinden, die im kirchengemeindlichen Leben weniger präsent sind. Das Ergebnis dieser Gespräche sei recht unterschiedlich gewesen, insgesamt aber - was die Wahrnehmung der Kirche von außen und die Vernetzung anbelange - ernüchternd ausgefallen. In Gemeindeversammlungen in Oberstenfeld und in Steinheim tauschten sich hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kirchengemeinden, Kirchengemeinderäte und Gemeindemitglieder über Probleme, Anregungen und Fragestellungen innerhalb des Gemeindelebens aus.
Aus den so gewonnenen  Erkenntnissen priorisierte das Prozessteam drei Handlungsfelder, da nicht alle „Baustellen“ gleichzeitig angegangen werden können: Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit durch Umsetzung eines überarbeiteten Konzeptes zum Außenauftritt, Verbesserung der Informationen über kirchliche Ansprechpartner und Angebote sowie die Installation einer gemeinsamen Homepage für die gesamte Seelsorgeeinheit;  weiterer Ausbau der Ökumene mit dem Ziel der Bildung von Ökumene Teams in den fünf größeren Orten des Bottwartals; Belebung der Jugendarbeit, zunächst mittels Aktionen in den Feldern Schöpfung und Natur.

So versetzte der nunmehr abgeschlossene Prozess die Kirchen in die Lage, die Außenwahrnehmung besser zu  erkennen und mehr auf das zu hören, was von außen an sie herangetragen wird, so die Schlussfolgerung aller Beteiligten. Mit anderen Worten: die Arbeit beginnt erst. 

Ullrich Baumeister



Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 08. Februar 2020 um 12:24 Uhr