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17 | 12 | 2017
Impuls 09/04 - Palmsonntag mit Biene PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 03. April 2009 um 22:19 Uhr

PALMSONNTAG MIT BIENE

Palmsonntag

mit Biene

Für den Palmsonntag brauch ich Kätzchen.

Die männlichen von der Salweide.

Schön glatt und silbrig.

Die Leute mögen das:

Zum zu Hause ans Kruzifix stecken.

Doch was sehe ich?

Die Herren der Schöpfung haben sich aufgeplustert.

Leuchtend weißgelb und pollenträchtig.

Da kommt keine Biene dran vorbei.

Das ist fast wie im richtigen Leben.

Was nun?

Dürfen wir derart lustvoll über Haupt in den Palmsonntag und in die Karwoche gehen?

Über Haupt voll Blut und Wunden?

Ich habs mit der Bibel gehalten:

„Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen“ (Mt 24,40).

Also hab ich schon im Januar, als noch alle Kätzchen grau waren,

je einen Zweig mitgenommen und einen zurückgelassen:

Einen mit für den Gottesdienst und einen gelassen für die Bienen.

Der für die Bienen ist bald ausgelutscht.

Der für den Gottesdienst hats eigentlich besser.

Er bewahrt Form und Farbe,

mit ein wenig Glück ein ganzes Jahr in einer Familie.

Muss aber Glück haben.

Denn auch am Palmsonntag werden manche mitgenommen und manche liegen gelassen.

Und die, die liegen bleiben?

Das ist fast wie im richtigen Leben.

Kurzer Prozess: Trocknen und einäschern.

Ist das brutal?

Hm.

Denken Sie mal nach, woher die Asche kommt, die Ihnen am Aschermittwoch

aufs Haupt gestreut wurde…!

Na also.

Aber das betrifft ja nur eine fromme Minderheit.

Dafür reichen die paar Liegengebliebenen voll und ganz.

Am liebsten würde ich ja am Palmsonntag so einen prachtvollen gelben Zweig

mit in die Kirche nehmen.

Doch da machen die Bienen nicht mit.

Die schwirren vorher davon.

Wie die Jüngerinnen und Jünger, als ER ans Kreuz ging.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Heinrich Konrad Klöpping

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 09:56 Uhr